Eine Postkarte und eine Geschichte – Kaija

Unter den Hinterlassenschaften meines Vaters befinden sich auch Briefe und Postkarten von Kollegen und Freunden. Diese sind zum Teil aus den 50er Jahren, also aus der zeit des Übersetzerkollektives. Ich habe also versucht, die Absender zu finden um mehr über diese Zeit zu erfahren. Konzentriert habe ich mich in erster Linie auf Karten aus dem Ausland.

Hier die Schilderung der ersten, noch nicht abgeschlossenen, Suche.

Helsinki, den 21.7.1958
Jetzt bin ich bald einen Monat zu Hause und meine Ferien sind bisher gut gelaufen. Ich besuchte schon letzte Woche die beiden Firmen, wo die Übersetzungen liegen und von Wartburg  haben die schon alles losgeschickt. Unglücklicherweise an Virtanen* , der z. Z. Ferien hat. Aber ich werde es noch erledigen. In den anderen Firmen waren die sehr glücklich über P 50 und ich bekomme die Papiere mit, wenn schon nicht eher. Hoffentlich sind die Überprüfungsbeweise zeitig genug gekommen. Schönen Sommer wünscht
Kaija

Vorausgesetzt habe ich bei dieser Postkarte, dass Kaija ein Frauenname ist, dass diese Frau in Finnland zu Hause war aber 1958 in Leipzig arbeitete und, dass sie Übersetzerin war oder zumindest für das Übersetzerkollektiv arbeitete. Nach längerer Suche im Internet fand ich auch einen Eintrag über Kaija Menger, auf die dies Alles zutraf. Da ich keine Adresse fand, wandte ich mich an die Autorin der Veröffentlichung Frau Prof. Dr. Doerte Putensen, die mir freundlicherweise sofort antwortete und die Telefonnummer von Frau Menger gab.
Frau Menger war sehr überrascht über meine Anfrage, sie wusste natürlich nicht mehr ob sie diese Postkarte geschickt hatte, aber sie erklärte sich bereit mein Blog zu lesen und ich schickte ihr die Postkarte per E-Mail zu.
Ein Treffer? Leider nicht ganz. Frau Menger hat zwar in den 50er Jahren in Leipzig gearbeitet und konnte mich auch über den Namen Virtanen auf der Postkarte aufklären, aber sie ist nicht die Kaija. Allerdings gab sie mir einen weiteren Namen:

bei der Kaija, die die Karte aus Helsinki an Ihren Vater geschickt hat, handelt es sich doch nicht um mich. Die Handschrift ist mir fremd. Ende der 50er Jahre studierte in Leipzig noch eine zweite Kaija, ihr damaliger Familienname war Koivula. Sie war mit einem Musiker einer Leipziger Band befreundet und ist mit ihm schon vor 1960 nach Westdeutschland gegangen.

Zu Kaija Koivula habe ich leider noch keine Angaben gefunden, aber ich suche weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.