1948 – 1951

Im September 1948  wurde ich repatriiert und kam zur Abteilung Grenze und Bereitschaften 1. Im Oktober ging ich nach Dresden zum sowj. Berater als Dolmetscher und ließ mich im Dezember zur Abt. K nach Leipzig versetzen. Hier arbeitete ich in der Fahndung, im Sekretariat des Leiters, in VP 4 und ging 1950 zum Studium an das slavistische Institut.

So der Lebenslauf aus den 70er Jahren.

Am 23.9.1948 wurde ich aus sowj. Kriegsgefangenschaft entlassen. Seit diesem Tage bis zum 31.3.50 war ich Angehöriger der Volkspolizei. SED seit 27.10.48.

(Aus dem Lebenslauf von 1950)
Der nahtlose Übergang von der Kriegsgefangenschaft zum Polizeidienst ist keine Ausnahme, da bereits in den Kriegsgefangenenlagern Mitarbeiter für die verschiedensten Aufgaben angeworben wurden. Teilweise wurde auch eine Entlassung von diesen Verpflichtungserklärungen abhängig gemacht. Auch für die Mitgliedschaft in der SED wurde in den Kriegsgefangenenlagern geworben.
Über die Dienstzeit bei der Volkspolizei ist nichts bekannt, es liegt nur das Dienstleistungszeugnis vom 31.März 1950, Volkspolizei-Präsidium Leipzig, Abteilung Personal vor, in dem die Zugehörigkeit zur Volkspolizei, vom 24.9.1948 bis 31.03.1950, bestätigt wird. Dort heißt es:

Er war anfänglich in einer Bereitschaft und wurde im Dezember 1948 zur Kriminalpolizei Leipzig versetzt. Hier fand er als Sachbearbeiter Verwendung und er hat sich auf Grund seiner guten geistigen Veranlagung schnell in das ihm neue Aufgabengebiet eingearbeitet.

Herr Köhler verläßt am 31.03.1950 den Volkspolizeidienst auf eigenen Wunsch, um an einer verantwortlichen Stelle, seinen Kenntnissen entsprechend, eingesetzt zu werden.
Leiter der Abteilung Personal
Freyer
Volkspol.-Oberrat

Als Nächstes finden sich zwei  Arbeiten zur Begabtenprüfung, „Gorkijs Leben und Werk“ als fachliche Arbeit vom 3.7.1950 und „Unser Kampf um den Frieden“ als gesellschaftswissenschaftliches Thema vom 4.7.1950. Diese wurden am Slavistischen Institut bei Prof. Dr. R. Olesch und Prof. Dr. Harig eingereicht.
Am 7.Juli 1950 wird von der Arbeiter- und Bauernfakultät der Universität Leipzig folgende Bescheinigung ausgestellt:

Herr Josef K ö h l e r
Geb. am 18.03.1923 in Fleyh, Kreis Dux. C.S.R.,
legte in der Zeit vom 3.-5. Juli 1950 vor der Prüfungskommission für die Zulassung zum Studium ohne Abgangszeugnis einer zur Universitätsreife führenden Schule die Begabtenprüfung ab, die er mit befriedigend bestand.
Gemäß Anordnung des Ministeriums für Volksbildung, Hauptabteilung Hochschulen und Wissenschaft, kann Herr Köhler für das Studium der Slavistik an der Universität Leipzig immatrikuliert werden.

Für das Studienjahr 1950/51 wurde er an der Universität Leipzig, Institut für Slavistik immatrikuliert.

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